Die Bertha-von-Suttner-Schule Nidderau wurde in Oberursel als eine von zwei Schulen in Osthessen zum ersten Mal als „Schule mit vorbildlicher beruflicher Orientierung“ zertifiziert. Die Erstzertifizierung gilt von September 2026 bis September 2029 und würdigt die vielfältigen Maßnahmen, mit denen die Bertha-von-Suttner-Schule ihre Schülerinnen und Schüler auf den Übergang von der Schule in Beruf und Arbeitswelt vorbereitet.
Die Urkunde nahmen die Lehrkräfte Justina Skiba-Bousonville und Stefan Reuter sowie der Stufenleiter der Jahrgangsstufen 7/8 und Berufs- und Studienkoordinator, Andreas Dotzauer, entgegen. Gemeinsam mit den Lehrkräften Lea Trompeta und Matthias Stein hatten sie zwei Jahre lang intensiv auf die Bewerbung für die Zertifizierung hingearbeitet. Anschließend war eine Kommission an der Schule, um die bestehende Berufsorientierung im Rahmen eines so genannten Audits zu begutachten und zu bewerten.
Die Bertha-von-Suttner-Schule zeichnet sich durch ein breit angelegtes und aufeinander abgestimmtes Angebot zur Berufsorientierung aus. Bereits im Unterricht begegnen die Jugendlichen unterschiedlichen Berufsfeldern: In den Wahlpflichtkursen werden ab der Jahrgangsstufe 7 verschiedene berufliche Schwerpunkte gesetzt, wie zum Beispiel die Holzwerkstatt, Umweltlernen, MINT und das Kompetenzfestellungsverfahren KOMPO 7. Ein speziell auf die persönlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler abgestimmtes Curriculum baut die Berufsorientierung über die Jahrgänge hinweg systematisch auf. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf Inklusion: Das Berufsorientierungskonzept berücksichtigt gezielt die unterschiedlichen Voraussetzungen, Interessen und Zukunftswege aller Schülerinnen und Schüler.
Darüber hinaus bietet die Schule zahlreiche praxisnahe Erfahrungen. Beim Girls’ und Boys’ Day können die Jugendlichen Berufe kennenlernen, die häufig geschlechtsspezifischen Vorstellungen entgegenwirken. Die Talentewerkstatt im Jahrgang 8 hilft dabei, eigene Stärken und Interessen zu entdecken, während die jährliche Berufsmesse und die lange Nacht der Ausbildung den direkten Kontakt zu Betrieben, Ausbildungspartnern und weiteren Akteuren der Arbeitswelt ermöglicht. Betriebspraktika geben darüber hinaus Einblicke in den Berufsalltag und die Arbeit mit der Berufswahlapp begleitet die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Erfahrungen zu dokumentieren, zu reflektieren und für die eigene Berufswegeplanung zu nutzen. Entscheidend ist zudem die Schnittstelle der Berufsorientierung zum hauseigenen MINT-Zentrum, bei der die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Workshops zusammen mit Unternehmen oder im Unterricht Berufsorientierung hautnah erleben können.
Mit der Erstzertifizierung für die kommenden drei Jahre erhält die Bertha-von-Suttner-Schule eine wichtige Bestätigung ihrer langfristigen Arbeit. Die Schule wird die bewährten Angebote weiterentwickeln und dafür sorgen, dass alle Jugendlichen individuell begleitet und gestärkt auf ihrem Weg zu einer passenden beruflichen oder schulischen Zukunft unterstützt werden.
- Julia Hiekel
