Bündnis will ökonomische Bildung an der Bertha-von-Suttner-Schule stärken

Das Bild zeigt die Verantwortlichen vor dem Schulgelände von links nach rechts: Tobias Söhne und Daniel Niedziella von der Initiative Zukunftstag, die Lehrkräfte Marc Miller und Marie Müller, Gerhard Meese von der Bürgerstiftung und Dr. Karsten Rudolf von Provadis.

Das Bild zeigt die Verantwortlichen vor dem Schulgelände von links nach rechts: Tobias Söhne und Daniel Niedziella von der Initiative Zukunftstag, die Lehrkräfte Marc Miller und Marie Müller, Gerhard Meese von der Bürgerstiftung und Dr. Karsten Rudolf von Provadis.

„Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben!“ so lautet eines der bekannten Sprichwörter. An der Bertha-von-Suttner-Schule will man damit auch im Bereich der allgemeinen Lebensführung ernst machen und den Schülern etwas konkret Verwertbares mit auf den Weg geben.

Dazu will nun ein Bündnis aus Schule und Bürgerstiftung Nidderau die ökonomische Bildung ausbauen. Was steckt dahinter?

Der Umgang mit Geld, die Vermeidung, in die Schuldenfalle zu tappen oder zu lernen, auf was in Verträgen und bei Versicherungen zu achten ist. Dies, aber auch, was es später einmal bei der ersten Wohnungssuche zu beachten gilt, oder wie das eigentlich mit den Steuern funktioniert, sind einige der Themen, die neben allgemeinen Fragen der Lebensführungskosten eine Rolle spielen.

Um die ökonomische Bildungsarbeit nachhaltig zu stärken, hat die Schulleitung zum einen eine Empfehlung des hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen als Grundlage genommen. Die beiden Lehrkräfte Marie Müller sowie Marc Miller haben darauf aufbauend ein Konzept für einen Wahlpflichtunterricht in den Klassen 9 und 10 ausgearbeitet, der erstmals im neuen Schuljahr unter dem Titel „Fit for Life“ starten wird. Eine Gruppe von etwa 20 Schülerinnen und Schüler können sich in das Angebot einwählen und sich die oben genannten Themen vertieft erschließen. Verzahnt wird das Angebot mit dem Bereich der Berufsorientierung.

Bürgerstiftung und Schule ist es aber zum anderen wichtig, dass es einen breiten Ansatz gibt, durch den möglichst viele Jugendliche zu dem Thema abgeholt werden. Daher kommt im September ein weiterer Baustein hinzu.

Mit der Initiative „Zukunftstag“, die sowohl von hessischem Kultusministerium als auch vom hessischen Finanzministerium unterstützt wird, fand kürzlich ein Gespräch in Nidderau statt. Das Ziel ist die Durchführung eines Aktionstags zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe mit allen rund 160 Schülerinnen und Schülern. Hierbei durchlaufen diese jeweils einen von vier, je 70- minütigen Workshops zu den Themen, Finanzen, Steuern, Wohnen und Beruf. Zur Vertiefung erhalten die Teilnehmenden sowie deren Lehrkräfte ausgearbeitetes Material.

Auf den Zukunftstag aufmerksam gemacht und alle Partner an einen Tisch gebracht, hat Dr. Karsten Rudolf von Provadis, einem Partnerunternehmen der Bertha, das schon länger mit der Schule im Bereich Berufsorientierung, sowie im MINT-Zentrum zusammenarbeitet.

Als nächstes werden durch die Initiative Zukunftstag und die Bürgerstiftung externe Partner der Region gewonnen, die durch ihre Expertise praxisorientiert und anschaulich die Workshops auf Grundlage des durch die Initiative vorgegebenen Lehrmaterials gestalten.

Gerhard Meese zeigte sich im Namen des Kuratoriums der Bürgerstiftung Nidderau erfreut darüber, dass sich die Schule diesem aus seiner Sicht sehr wichtigen Themenfeld annimmt. Man wolle den Aktionstag als Sponsor gerne weiter unterstützen.

Nachdem in den zurückliegenden Jahren bereits das MINT-Zentrum als erstes in der Region mit Unterstützung der Bürgerstiftung, der Provadis und weiterer Partner an der Schule aufgebaut und etabliert werden konnte, werde man nun gemeinsam die ökonomische Bildung stärken.

Schulleitung und Bürgerstiftung werden nach dem ersten Aktionstag gemeinsam bewerten, ob das Konzept Zukunftstag dann in jedem Schuljahr zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe wiederholt werde. Dadurch würde es im Verlaufe der Zeit allen Schülern der Bertha zugänglich.

Schulleiter, Harald Klose dankte der Bürgerstiftung für ihre Unterstützung und dem Partnerunternehmen Provadis für die Vermittlung. Perspektivisch würde dadurch nicht nur ein für die Mittelstufenschüler aller drei Schulformen relevantes Bildungsangebot geschaffen, bevor einige von Ihnen in die Ausbildung und damit in einen selbstständigen Lebensabschnitt starten. Auch mit Blick auf die im Aufbau befindliche gymnasiale Oberstufe könne das Thema zukünftig durch wirtschaftspolitische und sozialpolitische Lehrinhalte erweitert werden, erklärte Klose abschließend.

Horst Körzinger,
Bürgerstiftung Nidderau